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Abschied vom Speller Vollblutpolitiker und Rathauschef

31. Oktober 2019

Auszug aus dem Bericht der Lingener Tageszeitung     Von Ludger Jungeblut

Spelle. Mit langanhaltendem Beifall haben 170 geladene Gäste im Bürgerbegegnungszentrum Wöhlehof am Mittwochabend den langjährigen Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin Maria Lindemann (ebenfalls CDU) tritt am Freitag, 1. November, ihren Dienst an.

Die stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin Magdalena Wilmes ließ die wichtigen beruflichen Stationen des 60-Jährigen, der in Elbergen aufgewachsen ist, Revue passieren. Im Alter von 16 Jahren begann er 1975 seine zweijährige Ausbildung beim damaligen Landkreis Lingen. 1985 folgte die Abschlussprüfung für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst. Nach 15-jähriger Tätigkeit für den Landkreis Lingen und später für den Landkreis Emsland trat Hummeldorf im Jahr 1990 den Dienst bei der Samtgemeinde Spelle an. 1991  wurde er zum Diplom-Verwaltungswirt ernannt. Nur ein Jahr später, im Alter von 33 Jahren, folgte die Wahl zum stellvertretenden Speller Samtgemeindedirektor.

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Mit stehendem Beifall wurde Bernhard Hummeldorf in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Ludger Jungeblut

Mit überwältigender Mehrheit wurde der verheiratete Vater von drei Söhnen im Juni 2004 von den Bürgern zum ersten hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister ab dem 1. Januar 2005 gewählt und 2011 im Amt bestätigt. Wilmes machte anhand zahlreicher  Projekte aus den verschiedensten Bereichen deutlich, dass Hummeldorfs Einsatz Motor für die weitere Aufwärtsentwicklung in den Mitgliedsgemeinden Spelle, Schapen und Lünne war. Eng mit Hummeldorfs Namen werde die Erweiterung des Hafens Spelle-Venhaus verbunden bleiben. „Mit einem Investitionsvolumen von 21,5 Millionen Euro wurde die größte Investitionsmaßnahme in der 45-jährigen Geschichte der Samtgemeinde umgesetzt“, betonte Wilmes.

Der Speller Bürgermeister Andreas Wenninghoff erklärte: „Worum es auch ging, ob um soziale, wirtschaftliche, kulturelle oder sportliche Belange: Sie haben stets große Sachkenntnis bewiesen und hatten stets ein offenes Ohr für die Vorstellungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger.“ Hummeldorf habe die Samtgemeinde mit den Mitgliedsgemeinden als kommunale Familie angesehen und sich stets dafür eingesetzt, dass sich jede Gemeinde bedarfsgerecht weiter entwickeln könne.

Der Schapener Bürgermeister Karlheinz Schöttmer betonte: „Auch wenn im alltäglichen Politikbetrieb sicher auch nicht immer Einigkeit herrscht und um die bestmöglichen Ideen gerungen wird, so konnten doch nahezu alle Ratsbeschlüsse in Ihrer Amtszeit einstimmig gefasst werden. Dieses ist in erheblichem Maße Ihrem großen Fleiß, Arbeitseinsatz, Überzeugungskraft und Ihrem Mut zu verantwortungsbewusstem Risiko zu verdanken. Für Sie war das Amt des Samtgemeindebürgermeisters nicht nur ein Job, sondern Sie haben die Funktion gelebt – im wahrsten Sinne des Wortes ein Vollblutpolitiker.“

Der katholische Pfarrer Ludger Pöttering hob die hervorragende Zusammenarbeit der Kirchengemeinden mit Hummeldorf hervor. Er bezeichnete den bisherigen Samtgemeindebürgermeister als „Anpacker“. Dieser habe es verstanden, weitere Anpacker zu gewinnen und auf diese Weise die Samtgemeinde und auch die Kirchengemeinden vorangebracht. Auch die Leiterin der Grundschule Schapen, Martina Herbers, betonte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Hummeldorf. Gemeindebrandmeister Alois Wilmes verwies auf die große Wertschätzung, die Hummeldorf den Feuerwehren entgegengebracht habe.

Andreas Kaiser, Kreisvorsitzender des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB) überreichte Hummeldorf eine Ehrenurkunde für seine 15-jährige Tätigkeit als Samtgemeindebürgermeister und heftete ihm die Bronzene Ehrennadel ans Revers. Der Salzbergener Bürgermeister verwies auf Hummeldorfs vielfältige Verdienste zum Wohl des südlichen Emslandes. Die Personalratsvorsitzende Marion Laarmann unterstrich die sehr angenehme, offene und kollegiale Zusammenarbeit mit Hummeldorf, der sich auch in schwierigen Situationen schützend vor die Mitarbeiter gestellt habe.

Anschließend wurde ein mit viel Humor gespickter Kurzfilm aufgeführt, der zeigte, dass Hummeldorf auch im Dienst immer wieder zu Späßen aufgelegt war. Als er dann in der Feierstunde noch einmal das Wort ergriff, bekannte er, dass es nicht so einfach sei, nach 45-jähriger Berufstätigkeit Abschied zu nehmen. Besonders dankte er seiner Ehefrau Maria. „Nur gemeinschaftlich lässt sich etwas erreichen“, rief er allen zu. Es gelte, gut auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Umrahmt wurde die Feier von Darbietungen der Musikschule des Emslandes.