„Blanker Aktionismus!“: Junge Union vehement gegen Alkoholverbot für Jugendliche

Emsland – In der Diskussion um ein generelles Alkoholverbot für Jugendliche unter 18 Jahren spricht sich die Junge Union (JU) im Emsland vehement gegen gleichlautende Pläne aus allen Teilen der Politik und Gesellschaft aus. „Das eigentliche Problem wird durch ein Verbot nicht gelöst, sondern in die Illegalität gedrängt“, so die emsländische CDU-Jugendorganisation in einer Pressemitteilung.

Als „blanken Aktionismus“ bezeichnet die Junge Union daher das derzeit heiß diskutierte Vorhaben. Die beunruhigenden und schlimmen Vorfälle der letzten Tage und Wochen, die durch exzessiven Alkoholkonsum von Jugendlichen nach so genannten „Flatrate-Saufen“-Partys die Medien bestimmten, sind nach Ansicht des CDU-Nachwuchses ernst zu nehmende Probleme, „allerdings ist es ein Irrglaube, zu hoffen, dass Verbote an dieser Stelle wirksam sein werden“.

Der Lingener JU-Kreisvorsitzende Björn Roth fordert vielmehr, der Problematik mit präventiven und erzieherischen Maßnahmen zu begegnen. „Die Schuld bei den Jugendlichen zu suchen, wäre zu einfach, bei der Ursachenbekämpfung ist die ganze Gesellschaft gefordert“, so Roth. Als „positives Beispiel“ verweist er auf das von der katholischen und kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Emsland initiierte und erst vor wenigen Wochen gestartete vorbildhafte Projekt „KomA“ (Kontrollierter Umgang mit Alkohol).

Dass man beispielsweise als 16-jähriger junger Mensch noch gemütlich ein Bierchen im Verein oder auf einer Feier trinken dürfe, ohne gleich als kriminell zu gelten, meint auch Pascal Albers, Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Aschendorf-Hümmling. „Hierbei gilt es, den Umgang mit der Eigenverantwortung verstärkt in den Vordergrund zu rücken, da viele Jugendliche sich ihres Handels und der damit verbundenen Gefährdung ihres eigenen Lebens nicht bewusst sind“, appelliert Albers an die Vernunft und Einsicht der jungen Generation.

Vor einer dadurch zunehmenden Kriminalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Staat, Gesellschaft und Politik warnt zudem Christoph Röttker, JU-Chef im Altkreis Meppen. Immer dann, wenn Probleme auftauchen, werde sofort nach schärferen Gesetzen gerufen. „Erst die ‚Killer-Spiele’, jetzt der Alkohol – warum wird so kurz gedacht, obwohl die Thematik viel komplexer ist“, fragt sich Röttker und ergänzt: Der ordnungsgemäße und vernünftige Umgang mit Alkohol müsse von Jugendlichen ebenso erlernt werden, wie der Umgang mit anderen Dingen im Leben auch. Das „KomA“-Projekt sei hier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Kritisch setzen sich die jungen Christdemokraten mit dem oftmals „erhobenen Zeigefinger“ der Erwachsenen-Generation auseinander. „Wer der Jugend von heute im Elternhaus, auf Schützenfesten und Geburtstagsfeiern ein gesellschaftlich anerkanntes Trinkgelage vorlebe, der darf sich nicht wundern, wenn Jugendliche in die gleiche Kerbe schlagen.“ Insofern seien insbesondere die Eltern gefordert, Vorbilder für ihre Kinder zu sein und nicht in erster Linie die Verantwortung bei der Politik zu suchen, unterstreicht der emsländische CDU-Nachwuchs.

Die Junge Union wird sich auch in Zukunft gegen einen blanken Aktionismus zur Wehr setzen und versuchen, eine echte Debatte um die wirklichen Probleme zu führen.

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